Public Viewing privat veranstalten: so gelingt Dein WM-Straßenfest

    Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft ist für viele vor allem eins: ein Anlass, sich mit Freunden zu treffen, um die Live-Übertragung gemeinsam in guter Laune zu verfolgen. An lauen Sommerabenden bietet es sich sogar an, den Fernseher auf die Terrasse zu stellen und die Spiele unter freiem Himmel zu schauen. Dabei kann man ja auch noch den Grill anschmeißen, was natürlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist. 

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    Ein tolles Ambiente macht Fußballgucken unter freiem Himmel zum unvergesslichen Erlebnis. Fotocredit: iStock.com/Shaiith

    In einigen Tagen beginnt die WM in Russland und wir dürfen gespannt sein, ob die deutsche Nationalmannschaft ihren Titel verteidigen kann. Nach dem Motto „je mehr, desto besser“ fragen sich die Geselligsten unter uns vielleicht auch schon, wie viele Bekannte sie zum Fußballgucken einladen könnten.

    Wie wäre es mit der ganzen Nachbarschaft? Leinwand, Projektor und Lautsprecher sind in der ruhigen Seitenstraße vor dem Haus schließlich schnell aufgestellt und ein paar Stühle lassen sich ebenso schnell organisieren.

    Woran Du sonst noch denken solltest, wenn Du ein privates Public Viewing in Deiner Straße veranstalten willst, haben wir für Dich recherchiert:

    Ist jedes Public Viewing lizenzpflichtig?

    Sobald Du ein Live-Fußballspiel der FIFA auf einem öffentlichen Platz zeigst, gilt es laut DFB als eine öffentliche Übertragung, für die Du vorher eine Lizenz einholen musst. Dies trifft jedoch nur dann zu, wenn …

    ·         … sich mehr als 300 Zuschauer vor Deiner Leinwand versammeln.

    ·         … Du einen Eintritt verlangst.

    ·         … jemand Dein Public Viewing sponsort.

    ·         … Du in irgendeiner Form Geld mit der Veranstaltung verdienst (zum Beispiel Getränke und Speisen oder Fanartikel im Rahmen des Public Viewings verkaufst).

    Wenn Du also ein kleines Straßenfest mit Deinen Nachbarn und Freunden planst, musst Du es bei der FIFA nicht anmelden und es fallen auch keine Lizenz-Gebühren an.

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    Lass Dich von den Formalitäten nicht abschrecken! Deine Nachbarn und Freunde werden Dir für das sorgfältig organisierte Public Viewing sehr dankbar sein. Fotocredits: iStock.com/DisobeyArt

    Muss man eine Genehmigung von der Stadt einholen?

    Für große, kommerzielle Public Viewings gilt: Die Veranstalter müssen eine Genehmigung bei der Stadt oder der Gemeinde beantragen. Ob Du für Dein privat organisiertes Rudelgucken auf der Straße eine Genehmigung brauchst, erfährst Du bei dem zuständigen Ordnungsamt Deiner Stadt. Was fest steht: Als Veranstalter bist Du grundsätzlich für das Einhalten bestimmter Sicherheits- und Ordnungsvorschriften zuständig. Dabei geht es in der Regel um Lärmschutzregelungen und Immissionsschutz.

    Außerdem brauchst Du womöglich eine offizielle Genehmigung, damit Du die Lautstärke des Events nach 22:00 Uhr nicht reduzieren musst, wie es sonst im Nachbarrecht steht. Schließlich kann es sein, dass manche Anwohner sich durch den Lärm des Public Viewings belästigt fühlen und im schlimmsten Fall die Polizei rufen.

    Über die WM vor vier Jahren hat die Bundesregierung übrigens eine besondere „Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien“ erlassen. Aufgrund der Zeitverschiebung galten damals außerordentliche Lärmschutzregelungen. Es lohnt sich also, Dich zu informieren, ob es dieses Jahr auch irgendwelche Ausnahmen gibt.

    Zusätzlich solltest Du Dich erkundigen, ob es bei Deinem Vorhaben Verkehrssicherungspflicht besteht. Zusätzlich eine Privathaftpflicht-Versicherung und eine private Rechtschutzversicherung zu haben, kann ebenfalls nicht schaden.

    Die Anmelderichtlinien für Versammlungen und – solltest Du das Rudelgucken auf der Straße veranstalten wollen – die Regelungen bezüglich Straßenverkehrsrecht kannst Du ebenso bei dem zuständigen Ordnungsamt erfragen.

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    Wenn jeder nur so viel zum Essen und Trinken mitbringt, wie er selbst verzehrt, reicht es völlig aus. Denkt dabei auch an die Kinder! Fotocredits: iStock.com/monkeybusinessimages

    Das Rudelgucken gemeinsam organisieren

    Snacks und Getränke gehören zum Fußballgucken dazu. Informiere Deine Nachbarn über Dein Vorhaben rechtzeitig und bitte jeden, etwas zum Essen und Trinken mitzubringen. Oder wie wäre es mit einem Snack-Stadion? Auch ausreichend Stühle und ein paar Tische werdet Ihr brauchen.

    Du solltest zudem dafür sorgen, dass die Technik einwandfrei funktioniert. Denn es wäre richtig ärgerlich, wenn eine Sicherung gerade im spannendsten Moment rausfliegt oder das WLAN-Signal ausfällt. Natürlich kann man manchen unvorhersehbaren technischen Problemen nicht vorbeugen, aber mit der entsprechenden Vorbereitung lassen sich viele selbst verursachte Fehler vermeiden.

    Uns bleibt an dieser Stelle nichts weiter übrig, als Dir viel Erfolg beim Organisieren Deines Public Viewings und ganz viel Spaß beim Rudelgucken zu wünschen. Teile uns Deine schönsten Fotos von Deinem Event in Social Media mit, wenn Du möchtest. Wir würden uns riesig darüber freuen!

    Alle Angaben in diesem Artikel sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.